Alle sind „dann mal weg“…

Was fällt Ihnen dazu ein? Richtig! Hape Kerkeling. Der Titel seines Buches „Ich bin dann mal weg“ ist ein Ausspruch geworden, der genauso voll im Trend liegt wie die damit verbundenen Pilgerreisen. 800 km lang ist der alte Jakobsweg nach Santiago de Compostela, eine lange, beschwerliche Reise, und das zu Fuß. Was treibt Menschen unserer hochmodernen Industriegesellschaft dazu, sich auf so eine Wanderschaft zu begeben? Was hoffen sie für sich zu finden?

Das Ziel des Jakobsweges ist das Grab des Apostels Jakobus. Im 12. Jhd. wurde den Pilgern dort vermittelt, dass Christus ihre Sünden vergibt, wenn der Apostel sich bei ihm für sie einsetzt. Später kamen Ablässe dazu, nach dem Vorbild Roms.

Weltweit machen sich jedes Jahr ungefähr 150 Millionen Menschen auf eine Pilgerreise zu verschiedenen Orten, davon entfallen auf den Jakobsweg 120.000 bis 170.000 Menschen. Auch die Reisebüros haben längst diese lukrativen Möglichkeiten entdeckt, selbst bekannte Discounter bieten „Pilgern auf dem Jakobsweg“ für 799 € pro Person an.

Gottesferne

Doch machen wir uns nichts vor. In unserer modernen Welt herrscht eine Gottferne, einen Glaubensferne, die nicht übersehen werden kann. Trotzdem ist der Mensch auf der Suche. Wonach? Nach einem Ort der Stille, nach Heilung, nach innerer Einkehr, nach Lebensinhalt, nach Vergebung, nach... Gott?

Glaube oder Heuchelei?

Hape Kerkeling beschreibt sein persönliches Glaubenserlebnis auf dem Jakobsweg mit dem Satz „Ich habe Gott getroffen!“ Seinen Glauben allerdings zitiert er als eine „Mischung aus Buddhismus mit christlichem Unterbau“. Was auch immer er damit meinen mag, sein Buch wurde auf jeden Fall ein Verkaufsschlager mit mehr als drei Millionen verkauften Exemplaren.

Wenden wir uns einem anderen Autor zu, der etliche Bücher verfasst hat. Eines davon lautet „Pilgerreise zur seligen Ewigkeit“. Der Name des Verfassers ist John Bunyan, er lebte 1628-1688 in England, war ein Baptistenprediger und Schriftsteller. Sein Buch wurde in 200 Sprachen übersetzt, wird bis heute durchgehend aufgelegt und zählt zu den bedeutendsten Werken der englischen christlichen Literatur, darüber hinaus zu einem der berühmtesten Bücher der Weltliteratur. Damit kann es sicher mit „Ich bin dann mal weg“ konkurrieren. J. Bunyan schrieb dieses Buch während einer 12-jährigen Haftstrafe. Diese bekam er wegen seiner religiösen Überzeugung, denn er war ein entschiedener Christ und hatte über seinen Glauben außerhalb der Staatskirche gepredigt.

J. Bunyan schildert in dem erwähnten Buch die Pilgerreise eines Christen von der Erde bis zum Endziel Himmel. Der Christ erkennt, dass unvergebene Schuld ihm den Eintritt in den Himmel unmöglich machen wird und er sich mit dieser Schuld geradewegs auf dem Weg in die ewige Gottesferne befindet. Auf dieser Reise begegnen ihm zahlreiche allegorische Figuren aus dem Bereich der Glaubenswelt, die ihn auf diesem Weg aufhalten oder aber weiter bringen wollen.

In seiner Biographie findet man die Eckpunkte der „Pilgerreise“ wieder, da der Autor darin aus seinem eigenen Leben erzählt. Früher ein selbstsicherer, religiöser junger Mann, entdeckte er eines Tages, dass seine Frömmigkeit nichts als übertünchte Heuchelei war. Noch nie hatte er sich so gesehen, wie Gottes Wort den Menschen beschreibt:

Da ist kein Gerechter, da ist auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Römer 3,10-12
Denn es ist kein Unterschied, denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und werden umsonst gerechtfertigt durch seine Gnade, durch die Erlösung, die in Christus Jesus ist; Römer 3, 23+24

Unverdiente Gnade

John Bunyan erkannte, dass er die Vergebung Gottes brauchte, um seine Pilgerreise zu einem guten Abschluss und Ziel zu bringen. Doch Jesus Christus hatte schon für ihn die Strafe getragen, die er für seine Schuld gegenüber Gott verdient hatte. Er musste nichts weiter tun, als dieses glauben und bekennen, dass er nichts, aber auch gar nichts zu seiner Erlösung beitragen konnte. Vergebung ist Gnade, unverdiente Gnade.

Und das ist heute noch so, denn das Wort Gottes wird sich nie ändern, und Gott steht zu dem, was er zugesagt hat. Er selbst lädt darin jeden Menschen ein, an seinen Sohn zu glauben, denn er ist der einzige Weg zu Gott. Keine Pilgerreise auf dem Jakobsweg bringt uns dorthin, Jesus Christus ist der einzige Weg, den Sünder beschreiten müssen.

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, als nur durch mich. Johannes 14,6

Wollen Sie sich nicht auf diesen Weg begeben?