Alles vergeht

Nichtig und flüchtig, sagte der Prediger, / nichtig und flüchtig - alles ist nichtig. Was bleibt dem Menschen von all seiner Mühe, / von seiner Plage unter der Sonne? Ein Geschlecht geht, und ein Geschlecht kommt; / und die Erde bleibt ewig bestehen. Die Sonne geht auf, und die Sonne geht unter. / Dann strebt sie ihrer Stätte zu, / wo sie wieder erstrahlt. Der Wind weht nach Süden, / er kreist nach Norden, / er dreht und dreht und weht / und kommt zum Ausgangspunkt zurück. Alle Flüsse fließen ins Meer, / und das Meer wird nicht voll. / Zum Ort, wohin sie fließen, / da fließen und fließen sie. Alle Dinge mühen sich ab, / keiner fasst sie alle in Worte. / Das Auge wird vom Sehen nicht satt / und das Ohr vom Hören nicht voll. Was gewesen ist, wird wieder sein; / was man getan hat, wird man wieder tun; / und nichts ist wirklich neu unter der Sonne. Wohl sagt man: / "Sieh her, da ist etwas neu!" / Doch es war längst schon einmal da / in den Zeiten vor uns. An die Früheren denkt man nicht mehr. / Und an die Späteren, die nach uns kommen, / auch an sie wird man sich nicht mehr erinnern / bei denen, die noch später sind.

Worte des Predigers. Er war ein Sohn Davids und König in Jerusalem. (Die Bibel, Prediger 1,1-11)