Bohrergebnisse am Toten Meer bestätigen Bibel

Das Tote Meer in Israel gehört zu den eigenartigsten Gewässern der Welt. Das Ufer des Sees ist mit aktuell 426 Metern unter dem Meeresspiegel des tiefste Land-Punkt der Erde. Schon seit längerer Zeit versuchen Forscher den Geheimnissen dieses Binnensees auf die Spur zu kommen.

Vor einigen Wochen publizierte Zwi Ben-Avraham von der Tel-Aviv-Universität neueste Erkenntnisse aus Bohrungen in Ufernähe und an den tiefsten Stellen des Sees. Auch aus biblischem Standpunkt ist der See interessant. Im heutigen Gebiet des Toten Meeres sollen früher die Städte Sodom und Gomorra gelegen haben. So heisst es

Lot schaute sich um und sah, dass es in der Jordanebene reichlich Wasser gab. Bevor der HERR nämlich Sodom und Gomorra zerstörte, war diese Gegend bis nach Zoarhin wie der Garten des HERRN und wie Ägypten. 1. Mose 13,10

Die Gegend, in der das heutige Tote Meer liegt, war gemäss biblischer Aussage nicht immer von einem See bedeckt. Zu dieser Erkenntnis kamen auch die Forscher um Ben-Avraham. Zu ihrer Überraschung fanden sie nämlich in einer Bohrtiefe von 250 Metern plötzlich eine Kieselstein-Schicht - gefolgt von einer 45 Meter dicken reinen Salzschicht. Nach Ben Avraham deutet "die dicke Salzschicht auf eine rasche Austrocknung des Sees hin. Die Kieselsteine wurden anschliessend bei regnerischem Wetter aus den umliegenden Bergen angespült..." 1 Diese dicke Salzschicht mit einer "raschen Austrocknung" wird biblisch mit folgenden Aussagen erklärt:

Da ließ der HERR Feuer und Schwefel auf Sodom und Gomorra regnen. Es kam von ihm, vom Himmel herab und verwüstete die Städte und ihre ganze Umgebung. Alle Menschen dort kamen um und alles, was auf den Feldern wuchs, wurde vernichtet. Lots Frau aber hatte sich hinter seinem Rücken umgeschaut und war zu einer Salzsäule erstarrt. 1. Mose 19,24-26

Aus dem biblischen Kontext ist zu erwarten, dass sich nach diesen Ereignissen das Tote Meer bebildet hat. Auch die Forscher der Tel-Aviv-Universität erkennen gemäss den gewonnenen Bohrkernen enorme Schwankungen im Wasserpegel des Toten Meeres. Nach der "praktisch vollständigen Austrocknung" des Toten Meeres habe sich der Wasserstand später um über 500 Meter erhöht - auf einen Stand - der rund 250 Meter über dem heutigen Wasserstand liegt. Dieser Sachverhalt lasse sich auch aus den verschiedenen Gesteins-Ablagerungen oberhalb des heutigen Seeufers ableiten.

Das Tote Meer enthält mit einem heutigen Salzgehalt von ca. 33% rund zehnmal so viel Salz pro Liter wie das Meerwasser des Atlantiks. Auch die neu entdeckte 45 Meter-Salz-Schicht passt zum biblischen Bericht. Selbst Zvi Ben-Avraham sieht in der Struktur der Bohrkerne weitere Hinweise auf in der Bibel beschriebene Sachverhalte. Normalerweise verlaufen nämlich die verschiedenen Salz- und Schlamm-Schichten horizontal. Auf einer Tiefe, die gemäss Ben-Avraham auf ein Alter von vor ca. 2000 Jahren datiert werden muss, wurden nun aber sehr unregelmässige, "chaotisch durchmischte" Schichten entdeckt. Nach Einschätzung von Ben-Avraham bestätigten Struktur und Alter dieser Ablagerungen verschiedene, in der Bibel beschriebene Katastrophen wie Erdbeben und ähnliche Ereignisse.

 

1 FAZ 24.3.2012 - "Ein Salzsee voller Rätsel"