Der schmerzliche Rücktritt eines Hoffnungsträgers

Nun ist es durch – unser (Ex-)Verteidigungminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist zurückgetreten. Vorausgegangen ist eine Art Drama in mehreren Akten, dass Guttenberg nun mit den Worten „Ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“ beendete. Sein Fall bewegt das ganze Land – ist/war er doch einer der beliebtesten öffentlichen Figuren unseres Landes. Die Nachrichtenagenturen sind in diesen Tagen nicht gerade arbeitslos, aber Guttenberg bestimmte die mediale Aufmerksamkeit.

Karl-Theodor zu Guttenberg war ein sog. Hoffnungsträger, ein Vorbild, einer von denen, in die in mancher Hinsicht ein Idealbild des Menschen hineingewünscht wird. Immer, wenn so eine Figur in aller Öffentlichkeit scheitert, sind die Emotionen groß. Die Realität holt uns ein – nicht nur die allgemeine, sondern auch die ganz persönliche Realität unseres Versagens, unserer Fehler, unserer Schuld von der uns die irrationale Welt der Stars und Sterne ablenkt.

Die Frage ist, was machen wir dem Flecken auf seiner Weste? Er sollte nicht da sein – er passt nicht ins Bild. Und so ließ sich quer durch alle Schichten ein etwas unbeholfener Umgang mit diesem „Problem“ feststellen, abgesehen natürlich von Oppositionellen und persönlich Betroffenen (wie Doktoranten), die keine große Not hatten, seinen Rücktritt zu fordern. Es ist ein schmerzhafter Prozess sich mit der Wahrheit zu konfrontieren – man schwankt zwischen Relativierung und Ungläubigkeit, oder eben Verurteilung.

So gut formuliert die Rücktrittsrede auch war – man konnte ihr den verzweifelten Versuch, gegen die Wahrheit anzureden, anmerken. Niedergeschlagenheit war dabei, Erschöpfung, Entschuldigungen, Erklärungen – aber auch der Versuch im Angesicht der Schuld seine Haltung und Würde zu bewahren. Beim Zuschauen und Zuhören spürte man die quälende Unauflösbarkeit dieser Situation. Es geht hier nicht wirklich darum, ob Guttenberg bei seiner Doktorarbeit viel oder wenig betrogen hat, sondern wie er und wie wir im Angesicht der Wahrheit (weiter)leben können.

Stelle dir mal vor, deine ganze Vergangenheit wäre vollständig aufgedeckt, alle verborgenen Taten, Worte, Gedanken und Motive. Würde das für dich einen Unterschied machen? Ich nehme an, schon. Aber warum ist das so? Ich möchte an dieser Stelle Jesus zu Wort kommen lassen, der einige harte Worte zu diesem Thema gesagt hat:

„Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden. Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.“ Johannes 3,19-21

Wir sind so gewöhnt und vertraut damit, „unsere“ Wahrheit so gut wie möglich im Verborgenen zu halten, dass wir uns dieser selbst garnicht mehr bewußt sind. Das öffentliche Scheitern einer Leuchtfigur durchbricht dieses Schema und erinnert uns schmerzlich an die Realität hinter der Oberfläche, die wir sonst so erfolgreich tot-ignorieren. Was zählt, ist der Auftritt, die Show – wir alle sind doch, mehr oder weniger, Schauspieler in einem großen Theater und versuchen, unsere Rolle zu spielen, in der Hoffnung, dass unsere Maske standhält. Und so geht es auch letztlich niemandem um die Qualität der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg, sondern nur um sein öffentliches Image.

Die Bibel sagt:

„Kein Geschöpf ist vor Gott verborgen; alles liegt offen und ungeschützt vor den Augen dessen da, dem wir Rechenschaft geben müssen.“ Hebräer 4,13

Bei Gott hört das Schauspielern auf – vor Ihm ist in der Tat alles vollständig aufgedeckt. Kannst du diesen Gedanken ertragen? Jesus sagt, dass ist der wahre Grund, warum viele Menschen Gott aus dem Weg gehen. Sie kommen nicht zu dem Licht, weil ihre Werke böse sind.

Ehrlich gesagt – ich kann diesen Gedanken nicht ertragen. Einer, dessen Leben völlig ungeschützt offenliegt, der ist erledigt – wie Guttenberg. Deswegen müssen wir einfach an unserer Maske arbeiten und hoffen, dass wir damit durchkommen. So weit so menschlich und verständlich. Aber es gibt eine unglaubliche Botschaft in der Bibel, die diesen Teufelskreislauf zerbricht:

„Wenn wir behaupten, ohne Sünde zu sein, betrügen wir uns selbst und verschließen uns der Wahrheit. Doch wenn wir unsere Sünden bekennen, erweist Gott sich als treu und gerecht: Er vergibt uns unsere Sünden und reinigt uns von allem Unrecht, das wir begangen haben.“ 1.Johannes 1,8+9

Die gute Botschaft ist: Wir müssen nicht krampfhaft versuchen unsere Schuld zu verbergen. Gott möchte, dass wir zu Ihm kommen und uns von Ihm durchleuchten lassen. Für uns "Schauspieler" ist das ein fast unmöglicher Schritt – aber es ist der einzige Ausweg aus einem Versteckspiel, das verzweifelter wird, je länger man es spielt. Und diesen Ausweg hat Jesus geschaffen, indem er, bevor wir unsere Schuld überhaupt bekannt haben, die Strafe für dieselbe schon selbst bezahlt hat. Du kannst die Maske herunterlassen und anfangen, echt zu sein – denn Gott kannst du eh nichts vormachen. Er wartet auf dich – nicht mit einer Strafe, sondern mit einer Belohnung.

Sei mutig und „gehe ins Licht“, zu Jesus. Dort wartet für dich Vergebung und Freiheit.