Erkenntnis und Wahrheit

Als ich im vergangenen Semester die Vorlesung „Einführung in die Philosophie“ besuchte, legte der Professor in der ersten Veranstaltung den Leitfaden seiner Vorlesung fest: Er wolle den Lauf der Philosophiegeschichte anhand zweier Schlüsselbegriffe beleuchten, die durch alle Zeitalter hindurch in der Philosophie eine wichtige Rolle gespielt hätten: Erkenntnis und Wahrheit.

Die Suche nach der Wahrheit war schon seit jeher jeglichem philosophischen Forschen und Denken immanent. Schon die antiken Philosophen fragten beispielsweise nach dem wahren Urgrund alles Seienden. Sie versuchten zu erkennen, was wirklich hinter den Phänomenen der Natur steckt und brachten eine Reihe von mehr oder weniger plausiblen Theorien und Denkmodellen hervor, die zum Teil bis in das Zeitalter der Aufklärung hinein für wahr gehalten wurden. Jede philosophische Strömung hatte und hat bis heute logischerweise den Anspruch durch ihr jeweiliges Gedankenmodell die Erkenntnis von Wahrheit am besten zu ermöglichen. Unzählige Varianten der Rekombination von Denkfiguren und Prämissen haben kluge Köpfe in vielen Jahrhunderten durchgespielt, um der Wahrheit näher zu kommen. Auch moderne, zeitgenössische Philosophen wie Jürgen Habermas („Konsenstheorie der Wahrheit“) versuchen, bei dieser Suche nach der Erkenntnis der Wahrheit mitzuhelfen.

Wie aber auch mein Professor am Ende des Semesters resümieren musste, hat es noch niemand geschafft, die tatsächliche Wahrheit bzw. den richtigen Weg zu ihr zu finden.

Es ist interessant zu sehen, dass auch die Bibel die Suche nach der Wahrheit nicht auslässt. In der Apostelgeschichte wird davon berichtet, wie Paulus auf dem Areopag in Athen mit Männern unterschiedlicher philosophischer Richtungen der damaligen Zeit (Stoa, Epikureismus) zusammentrifft und ihnen eine neue Möglichkeit vorstellt, zu erkennen, woher der Mensch kommt und wofür er lebt. Paulus zeigt auf, dass jene Suche nach der Wahrheit und der Erkenntnis dessen, das nicht sichtbar oder fassbar ist, von Gott bewusst in den Menschen hineingelegt wurde:

Und er (Gott) hat […] Menschen gemacht, damit sie auf dem Erdboden wohnen, und hat festgesetzte Zeiten und die Grenzen ihrer Wohnung bestimmt, damit sie Gott suchen, ob sie ihn wohl ertasten und finden möchten. Apostelgeschichte 17,26.27

Das ist der Punkt, der alle Philosophen und letztlich jeden Menschen ins Nachdenken bringt: Wenn wir feststellen, dass wir zeitlich und räumlich gebunden sind, beginnen wir nach jemandem zu suchen, der nicht an diese Grenzen gebunden ist. Und genau diese Person hatte Paulus kennen gelernt und konnte sie den Griechen in Athen vorstellen: Jesus Christus. ER ist derjenige, der jenen Satz sagte, der die Suche nach der Wahrheit und Erkenntnis auflöst:

Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Johannes 14,6

An anderer Stelle zieht Paulus die Konsequenz aus dieser Aussage und schreibt in seinem Brief an die Kolosser über Christus:

In ihm sind verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. Kolosser 2,3

Aus diesen Stellen wird deutlich, dass Gott selbst in der Bibel den einzigen Weg vorstellt, auf dem jeder Mensch die Wahrheit erkennen kann. Er muss sich an Jesus Christus wenden und ihn als Herrn und persönlichen Erretter von Sünde und Schuld anerkennen. Die Erkenntnis der Wahrheit in Jesus Christus beinhaltet nämlich auch, dass dem Menschen bewusst wird, dass er aufgrund seines Lebens in Eigenwillen und Ungehorsam vor dem gerechten Gott nicht bestehen kann. Mit dieser Botschaft schloss schon Paulus seine Rede auf dem Areopag:

Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, dass sie alle überall Buße tun sollen, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und er hat allen den Beweis davon gegeben, indem er ihn auferweckt hat aus den Toten. Apostelgeschichte 17,30.31

Ein klarer Schlussappell, der einerseits den Ausweg aus der verlorenen Situation des Menschen, aber andererseits auch die Konsequenz bei der Missachtung des Angebotes Gottes deutlich macht.

Kommen Sie deshalb noch heute mit Ihrer Schuld in aufrichtiger Reue zu Jesus Christus, damit er – als die Wahrheit in Person – auch für Sie der Weg zu Gott und zum wahren, ewigen Leben ist!