Gedanken zum Atheismus

Es gibt drei Positionen, die ein Mensch in Bezug auf die Existenz Gottes haben kann:

  1. Theismus, der behauptet, dass Gott existiert;
  2. Agnostizismus, der behauptet, dass man nicht wissen kann, ob Gott existiert oder nicht;
  3. Atheismus, der behauptet, dass Gott nicht existiert.

Lass mich einmal demonstrieren, warum die 3. Position (Atheismus) nicht wirklich rational ist.
Angenommen, ich erzähle ein paar Leuten, dass ich irgendwo in der Stadt eine wertvolle Silbermünze versteckt habe, und dann schicke ich sie los, um die Münze zu suchen. Einige Stunden später kommen alle zurück. Einige verkünden froh, dass sie die Silbermünze gefunden haben. Diese Leute repräsentieren die Theisten (Position 1).

Andere Leute behaupten, sie seien verwirrt. Sie sagen, sie hätten gesucht, konnten aber die Münze nicht finden. Sie geben jedoch zu, dass die Stadt ziemlich groß ist und dass die Münze an irgendeinem Ort versteckt sein kann, an dem sie nicht gesucht haben. Deswegen können sie nicht sagen, ob die Silbermünze in der Stadt versteckt ist oder nicht. Diese Gruppe repräsentiert die Agnostiker (Position 2).

Eine dritte Gruppe behauptet, sie habe die Silbermünze gesucht – aber weil sie sie nicht finden kann, existiert sie ganz einfach nicht. Diese Leute repräsentieren die Atheisten (Position 3).

Obwohl andere Leute behaupten, dass sie die Silbermünze gesehen haben, verachten die »Atheisten« sie entweder als Menschen, die betrogen wurden, oder als Menschen, die verwirrt sind. Wenn andere Leute sie darum bitten, weiterzusuchen,
sagen die »Atheisten«, dass die Suche Zeitverschwendung sei. Wenn sie gefragt werden, ob sie jeden Winkel und jedes Versteck in der Stadt abgesucht haben, sagen die »Atheisten«, dass sie das nicht zu tun bräuchten – sie hätten genug gesucht, um zu wissen, dass die Silbermünze einfach nicht existiere.

Verschwommene Logik

Die Schlussfolgerungen der ersten beiden Gruppen in dieser Geschichte sind intellektuell vertretbar, die Schlussfolgerung der dritten Gruppe ist es jedoch nicht. Ich schätze, das ist der Grund, warum der bekannte Atheist Isaac Asimov einmal zugegeben hat:

»Jahrelang habe ich versucht, aus intellektuellen Gründen Atheist zu sein. Schlussendlich habe ich herausgefunden, dass dies unmöglich ist. Deswegen bin ich schließlich ein Atheist aus emotionalen Gründen geworden.«

Und was waren das für »emotionale Gründe, wegen derer er bestritt, dass es Gott gibt, als er dies aus intellektuellen Gründen nicht mehr tun konnte? Das hat Asimov nicht verraten. Vielleicht dachte er, dass Gott ihn schlecht behandelt, im Stich gelassen oder nicht geliebt hat. Vielleicht wusste er, dass der Glaube an Gott auch bedeuten würde, dass er bestimmte moralische Verpflichtungen annehmen müsste, mit denen er nicht konfrontiert werden wollte. Wer weiß? Das Wichtige ist, dass du dafür sorgst, dass kein »emotionaler Grund« dich davon abhält, einzugestehen, dass Gott existiert. Und wenn Gott wirklich existiert – fällt dir dann etwas Wichtigeres ein, als zu erkennen, wer er ist und was für ein großartiges Leben er sich für dich gedacht hat? Mir nicht!