Haltestelle Fegefeuer auf dem Weg ins Paradies?

Im letzten Beitrag sprachen wir über Martin Luther. In seinen 95 Thesen wandte er sich u. a. scharf gegen den Ablasshandel und das Fegefeuer. Noch heute ist man aber in der katholischen Kirche von der Notwendigkeit der Läuterung überzeugt, allerdings umgehen viele Theologen Mutmaßungen über zeitliche und räumliche Dimensionen dieses Geschehens. Weiterhin wird jedoch daran festgehalten, dass die Lebenden den Verstorbenen durch Gebet, Feier der heiligen Messe und Taten der Nächstenliebe zu Hilfe kommen können. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass die Seele nach ihrer Selbsterkenntnis das Fegefeuer bereitwillig auf sich nimmt, um - von den schlechten Eigenschaften geläutert - in das Paradies eingehen zu können.

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An "Allerseelen", dem 2. Novembertag, gedachte man schon früher auch aller Verstorbenen, im Besonderen der "armen Seelen im Fegfeuer".

Dieser Feiertag wurde von Abt Odilo von Cluny 998 eingesetzt. Der Überlieferung zufolge hörte er nach einer Allerheiligenfeier die Teufel aus dem Berg "Vulcano" (bei Sizilien) heulen, "weil ihnen so viele Seelen entrissen würden". So bestimmte der Abt, dass noch mehr für die Verstorbenen gebetet werden sollte. Dadurch sollten sie aus dem Fegfeuer und den Qualen erlöst werden. Durch Gebet, Almosen oder Fürbitte sollen die Leiden der „Armen Seelen im Fegefeuer“ auch heute noch erleichtert werden.

Zur Zeit Martin Luthers war es auch fester Brauch geworden, für sich selber und für Angehörige durch Ablassbriefe Befreiung von den Strafen des Fegfeuers zu bekommen. Für bestimmte Summen konnte man selbst für schwerste und sogar zukünftige Sünden einen Ablass kaufen. Der bekannteste Ablasshändler zu Luthers Zeiten ist der Dominikanermönch TETZEL. Auf ihn soll der Spruch zurückgehen: "Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt." Dieses Ablassgeschäft florierte derart, dass später sogar Banken mit der Abwicklung der Geldgeschäfte betraut wurden. Es muss betont werden, dass das Konzil von Trient, das eine innerkirchliche Reformation versuchte, die geldliche Ablassbewilligung verboten hat. Die katholische Lehre von der Tilgung der Sünden durch Christi und der Heiligen überschüssige Verdienste (Schatz der Kirche) wurde jedoch nicht aufgehoben. So wurde das Jahr 2000 zum Heiligen Jahr erklärt mit der Möglichkeit des Ablasserwerbes von zeitlichen Strafen des Sünders. Vom 1. bis zum 8. November kann täglich einmal ein vollkommener Ablass für die Verstorbenen gewonnen werden. Dieser wird als Allerseelenablass bezeichnet.

Der Weg in den Himmel ist also für jemanden, der an die „zeitliche Läuterung“ nach dem Tod glaubt, ziemlich beschwerlich … Die Verweildauer im Fegefeuer wird unterschiedlich berechnet. Manchmal pauschal zehn bis zwanzig Jahre Fegefeuer. Bei einer anderen Rechnung ergeben sich bei durchschnittlich zehn Sünden pro Tag rd. 70.000 Sünden in 20 Jahren. Vorausgesetzt, dass schon zu Lebzeiten die Hälfte durch Büßen erledigt wird, bleibt man bei einer ungefähren Verweildauer von einer Stunde pro Sünde noch ungefähr vier Jahre im Fegefeuer.

Wenden wir uns dem Worte Gottes, der Bibel zu. Was sagt sie über so ein „Fegefeuer = Reinigungsort“? Sie sagt darüber nichts, gar nichts. Es gibt in der Bibel keine Stelle, die das Vorhandensein von so einem Ort nach dem Tod des Menschen andeutet.

Bitte begleiten Sie mich, gehen Sie mit mir in Gedanken hinaus nach Golgatha, wo der Sohn Gottes gekreuzigt wurde, litt und starb. Rechts und links von Ihm wurden 2 Verbrecher hingerichtet. Der eine der beiden fluchte und schimpfte. Der andere aber bekannte, dass er selbst zu Recht zum Tode verurteilt war. Er sah seine persönliche Schuld vor Gott. Und er erkannte noch etwas ganz klar, dass nämlich Jesus Christus dort unschuldig hing. Er bekannte das laut und bat den Herrn, an ihn zu denken. Hören Sie, was der Sohn Gottes erwiderte: „In Wahrheit sage ich dir: HEUTE NOCH wirst du mit mir im Paradiese sein!“

Wie, für diesen Mörder kein Fegefeuer, kein Reinigungsort? Er hätte sicher etliche Jahrzehnte dort zubringen müssen! Jesus Christus aber sagte: „HEUTE NOCH“. Lesen Sie es selbst nach im Lukas-Evangelium K. 23, 39-43

Wenn es kein Fegefeuer gibt, erübrigen sich auch Verdienste, Gebete, Ablässe und dergleichen für verstorbene Menschen. Wie wird doch die umfassende Gnade Gottes geschmälert, die er den Menschen anbietet! Halt! – es ist umfassende Gnade, aber keine umfassende Generalamnestie! Keiner bekommt einen Platz im Himmel, dem Jesus Christus gleichgültig ist. Gott gewährt keine billige Vergebung, dazu ist Ihm der Sühnungstod Seines Sohnes zu kostbar.

Sie wollen wissen, wie man Vergebung und ewiges Leben bekommt, ohne Umweg über ein „Fegefeuer“? Wenden Sie sich im Gebet an Jesus Christus, der auf Sie wartet. Bringen Sie Ihm den ganzen Sünd- und Schuldenberg Ihres Lebens, beschönigen Sie nichts. Er ist Gott und sieht Ihnen bis in Ihr Herz, es hat keinen Zweck, sich zu verstellen. Seien Sie ehrlich vor Ihm.

1. Joh. 1,9: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass Er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Der Sünder, dem von Gott vergeben wurde, darf sich ganz sicher sein, einen Platz im Himmel zu haben. Jesus Christus in Joh. 14,3: „… ich komme wieder und werde euch zu mir nehmen, auf dass, wo ich bin, auch ihr seid.“

Zögern Sie bitte nicht, diesen Schritt zu tun. Der Sohn Gottes, der Mittler zwischen Gott und Sünder hat für Sie die Strafe getragen, die Sie von einem heiligen und gerechten Gott erwarten müssen. Wenn Sie an Jesus Christus glauben, werden Sie nicht gerichtet (Joh. 3,18) sondern haben direkten Zugang ohne Haltestelle oder Umweg in den Himmel, wenn ihr Leben hier auf der Erde endet.