Jesus-Saft oder das Blut Jesu?

In gewissen Höhen hat der Mensch nichts zu suchen. Bergsteiger, die 8000er ohne Sauerstoffmaske bestiegen haben, berichten vom sogenannten „Höhenkoller“, einer an Wahnsinn grenzenden Euphorie, die durch die mangelnde Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff zustande kommt.

Einen ähnlichen Höhenkoller bekommen Menschen, wenn sie in zu hohe Sphären der Popularität und Macht eindringen. Michael Jackson, der „King of Pop“, ist gezeichnet von solch einem „Erfolgs-Höhenkoller“. Unzählige Schönheits-OPs haben seinem Gesicht ein bizarres, puppenhaftes Aussehen verliehen, sein Blick ist wirr, er ist nicht mehr gesellschaftsfähig und drogenabhängig. Jetzt soll er auch noch zum Kinderschänder geworden sein, einen 13jährigen Jungen mit „Jesus-Saft“ (Weißwein aus Dosen) abgefüllt und missbraucht haben.

Jackson ist das Produkt einer Gesellschaft, die sich „zu Tode amüsiert“, wie der Gesellschaftsforscher Neil Postman einmal sagte. Dort, wo das Wissen um den wahren Gott verloren gegangen ist, ist auch das Wissen um den Sinn des Lebens verloren gegangen. Weil man gar nicht mehr weiß, wozu man auf der Welt ist, wird der Spaß zum höchsten Ideal und Götzen erhoben, und um Spaß zu haben braucht man Stars, die Hohenpriester des Spaßes. Aber wenn sich die Musik abgehört hat, der Star zu langweilig, der Extremsport zu Mainstream geworden ist, lechzt der Mensch nach mehr. „I can get no satisfaction“ sangen schon die Rolling Stones, und sie haben es bis heute nicht widerrufen. In einer Gesellschaft, in der der wahre Gott nicht mehr gekannt wird, setzt man Menschen an die Stelle Gottes: Fußballgötter, Radsportgötter und eben auch Popgötter.

Doch der süßliche, berauschende „Jesus-Saft“ des Mega-Erfolgs macht einen Menschen kaputt, weil Menschen mit dem nicht umgehen können, was nur Gott gebührt: Anbetung. Als Rebell gegen Gott geht der Mensch lieber seinen eigenen Weg. Er will hoch steigen: „Ich will hinaufsteigen auf Wolkenhöhen, dem Höchsten mich gleich machen.“ (Jesaja 14,14) – und fällt doch tief: „Doch ins Totenreich wirst du hinabgestürzt, in die tiefste Grube.“ (Jesaja 14,15) Michael Jackson jedenfalls ist nicht mehr weit von der Grube entfernt.

Doch der, welchem eigentlich die höchste Ehre zukommt, ging einen ganz anderen Weg, den der Erniedrigung:

… der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub achtete, Gott gleich zu sein. Aber er machte sich selbst zu nichts und nahm Knechtsgestalt an, indem er den Menschen gleich geworden ist, und der Gestalt nach wie ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, zum Tod am Kreuz. Philipper 2,6-8

Sein Weg und unser Weg sind dabei untrennbar miteinander verbunden, denn:

Wir gingen alle in der Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der HERR warf unser aller Schuld auf ihn. Jesaja 53,6

Jesus ist unser Schicksal. Sein Blut allein vermag uns vor dem süßlichen, berauschenden Wahn einer gottlosen Welt zu erretten, denn Jesu Blut musste am Kreuz von Golgatha fließen, damit jeder der an ihn glaubt, nicht aufgrund seiner Schuld vor Gott gerichtet werden muss, sondern frei ausgehen kann.