»Keinen Bock auf Himmel«

Über unsere Überschrift in der Jugendsprache unserer Zeit hätte Paulus, der große Heidenapostel der Bibel, nur verständnislos den Kopf geschüttelt. Seine eigenen Worte im obigen Bibelvers zeigen dagegen eine Tiefe und Klarheit, die die Sehnsucht nach dem Himmel und nach seinem Herrn viel besser ausdrückt. Ja, Paulus wusste, was »Himmel« für einen Christen bedeutet.

Das war aber nicht immer so gewesen. Als früherer »Saulus« war er ein strenggläubiger Pharisäer mit einem glühenden Hass gegen die Christen. Seine ganze Kraft setzte er ein, um die christliche Lehre mitsamt ihren Anhängern auszurotten. Doch auf einer seiner Reisen zu diesem Zweck erschien ihm unerwartet Jesus Christus. »Saul, Saul, warum verfolgst du mich?«, musste er hören. Überwältigt von dieser Offenbarung, kapitulierte er vor dem Sohn Gottes.

Dieses dramatische Erlebnis auf dem Weg nach Damaskus krempelte sein Leben dermaßen um, dass der ungläubige Saulus zum gläubigen Paulus wurde und als Apostel das Evangelium zu vielen Völkern brachte, auch zu uns nach Europa. Doch der Hass der damaligen religiösen Welt richtete sich vehement gegen den »Abtrünnigen«, und aus dem Verfolger wurde selbst ein gnadenlos Verfolgter. Er war in vielen Gefahren für Leib und Leben unterwegs, er war im Gefängnis, er wurde misshandelt - doch er empfing von Jesus Christus immer wieder Kraft, Segen und neuen Mut.

Tiefe Liebe zu diesem Herrn und zu den verlorenen Menschen ließ Paulus alle Nöte aushalten, denn er wusste: Nach diesem Leben würde er für immer bei Jesus Christus im Himmel sein und ihn sehen, seinen Herrn, der ihn geliebt und sich am Kreuz für ihn hingegeben hat.

Denn das Leben ist für mich Christus und das Sterben Gewinn. ... Ich habe Lust, aus der Welt zu scheiden und bei Christus zu sein, denn es ist weit besser. Philipper 1,21.23