Reden ohne Worte

Wenn meine Jünger schweigen, dann werden die Steine schreien. Lukas 19,40

Das Mount Rushmore National Memorial, Gedenkstätte in den Black Hills (South Dakota), ist ein einzigartiges Denkmal in freier Natur. Der Bildhauer G. Borglum meißelte 1927-41 die Porträtköpfe der US-Präsidenten G. Washington, T. Jefferson, A. Lincoln und T. Roosevelt aus dem Granitfelsen heraus – jeder ist rund 20m hoch! Niemand würde behaupteten wollen, das sei ein Naturprodukt, zufällig entstanden im Lauf der Jahre – dafür trägt es, obwohl es nur totes Gestein ist, zu eindeutig die Handschrift eines Künstlers. Kann ja anders nicht sein.

Jahrzehnte später...

Einige Professoren beugen sich über ein Mikroskop. Sie erkennen gerade, dass die kleinen Verdauungs-Bakterien in der Darmflora jeweils sechs Elektromotoren (mit Rotor plus Stator) aufweisen, womit sie sich offensichtlich zum Ort mit den meisten Nährstoffen bewegen können. Aber wie können die Motoren überhaupt arbeiten? Die Gelehrten finden in jedem Bakterium mikroskopisch kleine „Kraftwerke“ zur eigenen Stromversorgung, auf kleinstem Raum, mit zusätzlichem Mini-Computersystem zur Informationsverwaltung. Komplexeste lebende Materie, schon seit Jahrzehnten Modellorganismus für die Forschung (v.a. Biochemie und Genetik). Alle erforderlichen Komponenten müssen von Anfang an vollständig funktionsfähig und aufeinander abgestimmt sein – dieses aufwändige Bakterium kann schon deshalb nicht allmählich entstanden sein. Dem System muss ein Plan zugrunde liegen, es kann definitiv nicht durch Optimieren vorhandener Lösungen den status quo erreicht haben, es musste direkt fertig sein – woran das Evolutionssystem scheitert. Was aber anscheinend trotzdem im Laufe der Jahre alles entstehen, evolvieren kann... Kann ja anders nicht sein.

„Sonnenblume (Helianthus), Gattung der Korbblütler, ursprünglich in Amerika heimisch“ steht im Lexikon. Freundlich anzusehen, aber auf den ersten Blick nichts Außergewöhnliches. Wir riskieren einen zweiten Blick und etwas Mathematik: Die Sonnenblumenkerne im Korb befinden sich auf rechts- und linksdrehenden Spiralen (die Anzahlen der Spiralen ergeben Fibonacci-Zahlen, wie übrigens zahlreiche andere Phänomene in der Natur). Jeweils in deren Kreuzungspunkten sitzt ein Kern. Aus dem n-ten Kern kann man die Position des (n+1)-ten Kernes feststellen, der jeweils um 137,5° weiter sitzt (was der Teilung von 360° im Goldenen Schnitt entspricht). Nur so erhält man die optimale Anordnung der Kerne und Füllung des Korbes, schon bei +/- 1° entstehen mehr Lücken. Die ganze Mathematik dafür muss übrigens in einem Kern enthalten sein. Dabei ist dieses interessante Phänomen schon so ausgefeilt, dass die Konstruktion desselben mit Sicherheit nicht mehr „irgendwie regelhaft“ ist (wie Kritiker es gerne sehen), sondern auf einen genial durchgerechneten Plan hindeutet. Aber scheinbar hat die Natur dieses Extremwertproblem im Lauf ihrer Evolution lösen können... Kann ja nicht anders sein.

Auch der Makro-Kosmos kann Fakten bieten: Während man im Altertum etwa 3000 Sterne gezählt hat, liegt die heute geschätzte Gesamtzahl der Sterne bei etwa zehn hoch 25. Ein Computer, der 10 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde schafft, müsste dafür 30 Millionen Jahre lang zählen. Wir können uns also vorstellen, welche Menge an neuen Sonnen pro Sekunde entstehen musste, je nachdem wie viele Jahrmillionen wir einräumen. Allein die Frage nach der Herkunft solch gewaltiger Mengen an Materie bzw. Energie ist nicht mehr plausibel durch eine Urknalltheorie erklärbar, doch: Kann ja nicht anders sein.

Thema Mensch: Plan oder Zufall? Die DNA des Menschen ist bislang nicht entschlüsselt. (Äußerungen wie „wir haben 95% entschlüsselt“ sind deshalb völlig wertlos, weil man ja die 100% gar nicht kennt.) Wenn wir noch nicht einmal (retrogerade) herausfinden können, wie sie aufgebaut wurde – es wäre schlichtweg untertrieben, bestenfalls von guter Regelmäßigkeit zu sprechen. (Planmäßigkeit ist übrigens nicht unbedingt eine Teilmenge von Regelhaftigkeit; selbst völlig regellos scheinende Dinge können ideal geplant sein, und DNA ist nicht überall regelhaft.) Schon der bekannte Teil weist eine derartige Leistungsdichte mit bestmöglicher Informationsanordnung und -redundanz auf, dass die komplexesten menschlichen Speicher dagegen völlig planlos und unzulänglich scheinen. Nun, offensichtlich war die natürliche Auslese hier ein idealer Zufall. Punkt. Kann ja nicht anders sein.

Kann ja nicht anders sein?

Zumindest wehrt man sich vehement, dass auch für Bakterien, Blumen, Sterne und Menschen ein Baumeister verantwortlich sein soll. Denn: wenn das so wäre, hätte man es mit einer Macht zu tun, die den Menschen überlegen ist – aber das darf ja wohl nicht sein, denn das hätte Konsequenzen.

Wenn es eine solche Größe gibt (wir nennen sie einmal Gott), würde das für Menschen bedeuten: Wir können maximal Erklärungsmodelle aufbauen, die unserem Intelligenzniveau entsprechen. Ein Schöpfer wäre jedoch zwingend immer intelligenter als seine Geschöpfe, daher wäre es diesen nicht möglich (auch nicht ansatzweise), dessen Handlungen (geschweige denn seine Motive) zu erklären, da er auf einer Stufe höherer Intelligenz stünde. Da Intelligenz keine metrische, sondern eine ordinale Größe ist, sind definitiv keine erklärenden Extrapolationen auf einen Schöpfer zulässig. Insofern kann die Größe Gott nicht erklärt oder gar bewiesen werden. Eine Existenz Gottes kann daher nur geglaubt werden, bestenfalls gibt es Indizien für die Plausibilität seines Daseins.

Die Evolutionstheorie steht vor dem gleichen Dilemma. Sie kann nichts endgültig beweisen (da historisch nicht wiederholbar), hat nur mögliche Indizien dafür, dass sich alles langsam entwickeln konnte (nehmen wir an, deren gäbe es einige plausible). Der Unterschied: Dieses Denkmodell ist auf unsere Intelligenz zugeschnitten, und dies erlaubt uns, Schlussfolgerungen zu ziehen. Dafür müssen wir, um unsere Logik zu beweisen, bestimmte Annahmen (über Zustände, Prozesse) treffen – wir können heute nicht mehr wissen, wie es damals ablief und welche Anfangsprämissen gegeben waren. Hier ist ein Glaubens-, aber kein Wissensakt gefragt.

Das zeigt den grundsätzlichen Unterschied – und dieser beruht schlichtweg auf meiner Einstellung, ob ich höherwertige Intelligenz als die meine im Modell zulasse oder ob ich mich auf das von mir Erklärbare beschränke (insofern ist Evolution eine einschränkende Theorie). Keine der Lehren kann verifiziert werden (hingegen wurden gerade in den letzten Jahren Teilbehauptungen der Evolutionisten durch neue Funde falsifiziert und entsprechend korrigiert...). Glaube ist in jedem Fall nötig. Es kann daher nur darum gehen, Anhaltspunkte oder Indizien zu finden.

Indizien? Eben wurden einige Phänomene angerissen. Hier die Zusammenfassung, die Paulus aufgeschrieben hat:

Gottes Kraft und Göttlichkeit werden von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen – damit die Menschen ohne Entschuldigung seien. Sie erkennen zwar, dass es einen Gott geben muss, wollen ihm aber für nichts verantwortlich sein. So werden ihre Überlegungen immer dümmer und ihr Verstand finster, und dabei glauben sie noch, weise zu sein... nach Römer 1,20f.

Es gibt also keinen seh- und denkfähigen Menschen, der nicht schon allein durch die Schöpfung von Gott persönlich angesprochen wurde. Selbst wenn sonst niemand Sie auf Ihre Beziehung zu Gott anspricht: Gott redet ohne Worte selber mit Ihnen! Die Überlegungen, die dagegen Menschen zur Herkunft der Welt aufstellten, sind in Gottes Augen, milde gesagt, recht einfältig; sie setzen voraus, dass es keine übermenschliche Macht geben darf, weil man dieser sonst irgendwie verantwortlich wäre.

Vielleicht wollten Sie gar nicht bis hierhin lesen

Vielleicht lehnen Sie eine Schöpfung per se ab, oder Sie möchten Ihren Prinzipien treu bleiben. Vielleicht halten Sie die Diskussion für irrelevant. Dann hören Sie, wie Gott das Ganze sieht:

Jeder von uns wird für sich selbst Gott Rechenschaft geben. Römer 14,12

Hier gibt es keine Ausnahme von der Regel: Jeder! Weil Gott zu jedem durch das Geschaffene redet, weil er durch Geschriebenes spricht, weil er durch Menschen redet. Weil alle Bescheid wissen. Je mehr sie wissen, umso größer die Verantwortung!

Noch können Sie das Ganze überdenken. Schauen Sie sich die Schöpfung an, vom Makro- bis zum Mikro-Kosmos. Denken Sie nach, aber bitte nicht nur in vorgefertigten Denkmodellen. Vergessen Sie nicht, dass da Einer ist, der auf ihre Ergebnisse wartet, auf Ihre Antwort. Keiner weiß, wie lange Er noch warten wird, bis ... ja, bis die Abrechnung kommt!

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht. Hebräer 3,15

Oder anders gesagt: Gott spricht heute zu Ihnen, auch ohne Worte. Man kann ihn hören, wenn man ihn hören will. Er klopft wartend an, mal leise, mal lauter – noch. Er zwingt sich nicht auf. Wie Sie damit umgehen ist Ihre Sache. Aber Sie sollten wissen: Sie entscheiden damit selber über die Konsequenzen – und es steht viel auf dem Spiel.