Weihnachtsmonat

Die kirchlichen Feste haben in ihrer Quintessenz eines gemeinsam: Der moderne, glaubensfremde Mensch wird mit biblischen Ereignissen konfrontiert, mit denen er immer weniger anzufangen weiß. Die biblischen Begebenheiten sind umfunktioniert worden. Aus Ostern wurde das Auferstehungsfest der Natur mit Hasen und Ostereiern, aus Pfingsten ein Wandertag, und aus Weihnachten schließlich das Fest der Liebe im Allgemeinen.

Weihnachten ist der kommerzielle Höhepunkt des Jahres, stimuliert mit vielem sentimentalem Beiwerk. Wie ist es eigentlich zu diesem Ereignis gekommen, dass die Menschen Weihnachten nennen? Genau genommen hat der Sinn von Weihnachten seinen Ursprung am Anfang der Menschheitsgeschichte, im Paradies. Hier passierte der Sündenfall des ersten Menschenpaares, und hier gab Gott schon den ersten Hinweis auf den verheißenen Erlöser. Zu Satan in Gestalt der Schlange sprach Gott: „… ER (Jesus Christus) WIRD DIR DEN KOPF ZERTRETEN, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“ 1. Mo.3, 15 Gott verbannte den Menschen aus dem Paradies und damit aus seiner Nähe. Doch in seiner Liebe gab er hier schon den Hinweis auf den Erlöser, der die Möglichkeit der Rückkehr zu Gott für die Menschen schaffen sollte. Im Alten Testament finden wir über 300 Hinweise auf diesen Erlöser Jesus Christus! Seine Abstammung, Geburtsort und ein in der Geschichte einmaliges Merkmal seiner Geburt werden im Voraus beschrieben. Bei dem Propheten Jesaja ist schon 800 Jahre vor der Geburt von Jesus Christus von diesem besonderen Merkmal zu lesen: „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Immanuel (Gott mit uns) heißen.“ Jes. 7, 14 Die Menschwerdung Gottes, die Zeugung durch den Hl. Geist ist seitdem zum Prüfstein des Glaubens geworden, weil es für den menschlichen Verstand unfassbar ist. Hier siegt der Glaube über den Intellekt. Lk. 1, 30ff: „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, denn du hast Gnade bei Gott gefunden; und siehe, du wirst im Leibe empfangen und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Dieser wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; … Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird dies sein, da ich keinen Mann kenne? Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Hl. Geist wird über dich kommen und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden.“ Daraufhin geschieht es, dass von Cäsar Augustus eine Volkszählung angeordnet wird. Auch Josef und die schwangere Maria müssen daraufhin in ihre Vaterstadt Bethlehem ziehen, und es ist gegen Ende der Regierungszeit Herodes des Großen, als dieses geschieht. Unter dramatischen Umständen erfüllt sich eine prophetische Verheißung, die 700 Jahre vor der Geburt Jesu in Micha 5, 1-4 niedergeschrieben worden ist: „Und du, Bethlehem-Ephrata, zu klein, um unter den Tausenden von Juda zu sein, aus dir wird mir hervorkommen, der Herrscher über Israel sein soll; … Er wird Friede sein.“ Keine intellektuellen Leute, keine Theologen, sondern einfache Hirten, Hüter der Herden auf den Feldern der Stadt erleben die überwältigende Erscheinung der himmlischen Heerscharen, die ihnen die frohe Botschaft der Geburt des Messias zurufen. Als die Hirten hingehen, finden sie das verheißene Kind, den Sohn Gottes, in einer Krippe liegend. Lk. 2, 16.17 Die Hirten werden die ersten Botschafter der frohen Botschaft, denn sie verkündeten überall, was sie erlebt und gesehen hatten.

Auch dem regierenden König Herodes wird dies erzählt, und die Bedeutung ist ihm nur allzu klar. Er bangt um seinen Thron und sein Leben und will das Kind Jesus umbringen lassen. Als das misslingt, scheut er sich nicht, alle kleinen Jungen Bethlehems von 2 Jahren und jünger gnadenlos abschlachten zu lassen. Dieser Kindermord von Bethlehem ist 600 Jahre zuvor ebenfalls durch den Propheten Jeremia vorhergesagt worden: Jer. 31,15: „So spricht Gott: Eine Stimme wird in Rama (früherer Name für Bethlehem) gehört, Wehklage, bitteres Weinen. Rahel beweint ihre Kinder und sie will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind."

Josef, Maria und der Knabe Jesus aber bleiben bewahrt. Durch göttliche Anweisung flohen sie nach Ägypten und blieben dort, bis Herodes gestorben war. Dann zogen sie nach Nazareth. Auch hier erfüllten sich 2 Prophetien: 700 Jahre vorher durch den Propheten Hosea 11, 1: „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen.“ Matth. 2, 23: „Er wird Nazarener genannt werden.“ Besonders das Buch Jesaja enthält viele proph. Verheissungen über den Sohn Gottes und besonders auch über sein Leiden und seinen Opfertod. Jes. 53, 4.5: „Fürwahr, er hat unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen. Und wir, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt; doch um unserer Übertretung willen war er verwundet, um unserer Missetaten willen zerschlagen. Die Strafe zu unserem Frieden lag auf ihm und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden.“ In diesen Versen wird klar und eindeutig der Zweck seines Kommens in diese Welt beschrieben. Er kam, um den durch die Sünde von Gott getrennten Menschen den Weg zu Gott zurück zu bereiten. Darum trug er stellvertretend das Urteil über die Sünde – damit wir Frieden mit Gott bekommen können!

In Jes. 9,7 heißt es: „… der Friede wird kein Ende haben.“ Das ist aber keine Friedensverheißung im wörtlichen Sinne. Nur wer sich durch das Opfer des Sohnes Gottes mit Gott versöhnen lässt, wer sich selbst mit diesem Tod am Kreuz identifiziert, weil er weiß, das hätte eigentlich ICH verdient, wird den Frieden der Versöhnung mit Gott erfahren.

Weihnachten. Gott hat vollbracht, was er verkündigen ließ. Er selbst hat sich den verlorenen Menschen in seinem Sohne Jesus Christus geoffenbart. Er ist Mensch geworden, um sich mit uns zu versöhnen und uns das Heil des Friedens zu bringen. Er ging von der Krippe bis ans Kreuz.

Darum können sich alle von Herzen freuen, die dieses glauben und annehmen. Sie dürfen ihm danken, ihn anbeten, und das nicht nur an Weihnachten, sondern an jedem Tag, den er uns schenkt,

denn ER ist unser Friede, ER ist unser Heil in Ewigkeit.