Wütend, sauer und verletzt – ausweglos?

Sie war wütend. Sauer. Verletzt. Ja, sogar voll Hass. Der ständige Streit zu Hause, der Stress in der Schule, der ganze Ärger; die Verletztheit darüber, dass sämtliche Lehrer ihr Bulimie vorwarfen - Lisa* war am Ende. Sie hatte es satt. Auf sie, die jüngste von mehreren Geschwistern achtete ja sowieso niemand. An diesem Abend war es besonders schlimm. Lisa ging zu dem Medizinschränkchen. Dort, wo sämtliche Medikamente aufbewahrt werden.

Und überhaupt, wen interessierte es schon, dass sie da ist? Wer interessierte sich für sie, die eine Klasse wiederholen muss, die die geforderten Leistungen nicht erfüllen konnte?

Sie griff sich mehrere Tablettenschachteln. Und schluckte sie. Es war ihr egal wie viele. Es war ihr egal was für welche. Hauptsache, diesen unerträglichen Schmerz übertönen und vergessen was passierte - am besten gar nicht mehr aufwachen. Sie wollte nicht mehr da sein.

Was sie auch fast nicht mehr wäre. Benommen taumelte sie in ihr Zimmer. Sie fiel wie in Trance auf ihr Bett. Alles verschwamm um sie herum. Es wurde dunkel.

Was in der Nacht passierte, weiß sie nicht mehr genau. Ein Bild hat sie vor Augen: ihr Körper gebeugt vor der Toilette, wo ein Großteil der Tabletten den Weg aus dem Magen heraus fand. Daran erinnern kann sie sich nicht mehr. Am nächsten Morgen sind noch genug Fremdstoffe im Körper enthalten. Sie wird ohnmächtig, mitten im Flur. Nur wenige Sekunden später kommt ihre Mutter. Sie trägt sie ins Bett. Der Schock sitzt tief.

Da kommen Lisa die Tränen. „Mama, ich weiß warum ich ohnmächtig wurde. Ich habe gestern Abend Tabletten geschluckt. Ich wollte nicht mehr da sein.“ Die Augen der Mutter fangen an zu brennen. „Meine liebe Tochter“, sagt sie, „du weißt, wie sehr ich Gott für dieses Wunder danke! Denn wenn du gestorben wärst - wo wärst du jetzt? Ich weiß es nicht.“

Wendepunkt

Liebe Leserinnen und Leser, dies war ein Wendepunkt in dem jungen Leben von Lisa. Sie hätte den Selbstmordversuch wahrscheinlich nicht überlebt, wenn Gott nicht gnädigerweise eingegriffen hätte.

Vielleicht ergeht es Ihnen ähnlich. Vielleicht sind Sie gerade in einer Situation, die Sie schier in die Verzweiflung treibt. Vielleicht haben Sie heftige Auseinandersetzungen in Ihrer Ehe, in Ihrer Familie. Vielleicht haben Sie mit Süchten zu kämpfen oder mit schweren Krankheiten. Vielleicht haben auch Sie schon mit dem Gedanken gespielt, einfach alles zu beenden. Und den Menschen um Sie herum zu zeigen, dass Sie auch noch da sind.

Mag sein, dass Sie momentan keine Kraft mehr haben zu kämpfen. Dass Sie das Gefühl haben, alles und jeder hat sich gegen Sie verschworen.

Glauben Sie mir, diese Gefühle sind mir nicht fremd. Doch die Frage ist, wie man mit solchen Situationen umgeht. Natürlich ist es einfacher, sich gehen zu lassen, aufzugeben, wegzurennen, alles zu beenden. Doch ist das der richtige Weg?

Nein! Denn es gibt jemanden, der für uns kämpft! Es gibt einen, der unsere Sorgen tragen, der unsere Lasten wegnehmen, der unsere Sehnsüchte stillen möchte. Einen, der unsere Ängste zerstreuen und unsere Traurigkeit in wahre Freude verwandeln möchte.

In der Bibel, im Matthäusevangelium 11, 28 sagt Jesus: 

Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.

Ist es nicht genau das, was Sie suchen? Wahre Ruhe?

An einer anderen Stelle in der Bibel gibt es David. „Ein Mann nach dem Herzen Gottes“, wie er genannt wird. Doch auch David ist ein Übeltäter. Er lässt den Mann der Frau, die er begehrt und haben will, im Krieg an die Front stellen. Dieser stirbt und David nimmt sich die Witwe in seinen Palast. In den Psalmen gibt es Lieder, wie sie verzweifelter nicht sein können. Voller Selbsthass, Zweifel und Angst schreit David zu Gott:

Mit meiner Stimme schreie ich um Hilfe zum Herrn, mit meiner Stimme flehe ich zum Herrn. Ich schütte mein Anliegen vor ihm aus, meine Not erzähle ich vor ihm. Als mein Geist in mir ermattete, da kanntest du meine Pfade. Psalm 142, 2-4b

Diese Verse sagen uns sehr viel. Zum einen ist kein Mensch perfekt. Auch ein angesehener Mann wie David machte Fehler, große Fehler. Zum anderen sehen wir, wie er mit der ganzen Situation umgeht. Beendet er alles? Rennt er weg? Kämpft er sich selber ab bis er am Ende seiner Kräfte ist?

Nein. Er tut nichts dergleichen. David „schreit“ zu Gott. Er schüttet seine ganze Not, alle seine Sorgen bei Ihm aus. Und Gott hört. Und er hilft. So wie er in der einen Nacht ganz besonders der jungen Lisa half, wie er vor vielen vielen Jahren David half, wie er Tag für Tag mir hilft - so kann er auch Ihnen helfen. Wenn Sie es zulassen.

Dann, und nur dann können Sie den wahren Reichtum vollkommener Freude und Ausgeglichenheit erfahren. Denn eines ist gewiss: egal, wie schlimm Ihre Situation sein mag, egal wie erschöpft Sie sein mögen, Gott kann Ihnen helfen. Nicht nur das, er WILL Ihnen helfen. Er interessiert sich für Sie!

„Ich suchte den Herrn und er antwortete mir, und aus allen meinen Ängsten rettete er mich.“ schreibt David in Psalm 34, 5. Weiter schreibt er: „Sie blickten auf ihn und strahlten, und ihr Angesicht wird nicht beschämt.“ In Vers 19 schreibt er noch: „Nahe ist der Herr denen, die zerbrochenen Herzens sind, und die zerschlagenen Geistes sind, rettet er.“

Rettung

Liebe Leserin, lieber Leser. Vielleicht ist es genau das, wonach Sie sich jetzt sehnen. Aus all Ihren Ängsten gerettet zu werden. Ihr zerbrochenes Herz geheilt zu bekommen. Heilung für Ihren zerschlagenen Geist zu finden. Bei Jesus finden Sie all dies.

Da ich Lisa sehr gut kenne, durfte ich ihren Lebensweg recht nahe miterleben. Und ich durfte Zeuge eines Wunders sein, welches Gott in ihr vollbrachte. Ich durfte sehen, wie der verbitterte Ausdruck in ihrem Gesicht schwand. Man sah, wie der stolze, verletzte und verschlossene Ausdruck in ihren Augen, der Hass, der darin lag, wich. Er wich einem Leuchten, einem zufriedenen Strahlen, von dem der Psalmist David schreibt. Ihr Herz fing an zu heilen. Sie erkannte, dass sie alleine nicht die Kraft hatte zu kämpfen. Sie erkannte, dass es einen gibt, der sie bedingungslos liebt. Sie erkannte, dass es jemanden gibt, der unser Leben in seinen Händen hält - der einen vor dem knappen Tod bewahren kann. Sie erkannte, dass es einen gibt, der Ängste nimmt, Traurigkeit in Freude verwandelt, Hass in Liebe tauscht und Verletztheit in Stärke. Und dies alles dadurch, dass Sie sich Jesus anvertraute, ihm ihre Schuld bekannte und ihm die Führung ihn ihrem Leben übergab.

Dies zu beobachten zähle ich zu den schönsten und berührendsten Momenten in meinem Leben.

Nun lade ich Sie ein: auch Sie können diese Ruhe und Freude erfahren. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit. schreibenSetzen Sie sich an einen ruhigen Ort zum Nachdenken. Nehmen Sie einen Stift und ein Buch oder ein Blatt Papier, wo Sie alles, aber auch alles aufschreiben, was Sie bewegt. Ihre Ängste und Ihre Traurigkeit, Ihre Verzweiflung und Ihre Ausweglosigkeit. Dann gehen Sie noch einen Schritt weiter. Sagen Sie es Jesus. Sagen Sie ihm alles, was Sie auf dem Zettel stehen haben - und was noch in Ihrem Herzen ist. Jeden Tiefschlag, jede Verletzung. Und bitten Sie ihn, Ihr zerbrochenes Herz zu heilen. Sagen Sie ihm auch Ihre Schuld und dass es Ihnen leid tut, bisher ohne ihn gelebt zu haben. Er verspricht in Seinem Wort:

Bittet, so wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopfet an und es wird euch geöffnet werden. Matthäus 7,7

Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 1. Johannes 1,9

springenWährend Sie sich der Vergebung ihrer Schuld unmittelbar sicher sein dürfen, kann die Heilung der inneren Schmerzen etwas länger dauern. Denn manche Narben sitzen so tief, dass es Monate braucht, bis sie ganz geheilt sind. Und ich möchte Sie auch nicht mit der Illusion leben lassen, dass, wenn man ein Kind Gottes ist, man keine Probleme mehr hat.

Doch man hat Einen, der einen durch diese Probleme hindurch trägt. Einen, der uns hilft, die Probleme zu meistern - es ist Jesus Christus. Er schenkt uns Freude, egal was um uns herum passieren mag. Eine Freude, die nicht von dieser Welt ist. Eine Freude, die einen erstrahlen lässt. Freude, die von innen kommt.

So wie Eva von Thiele-Winckler sagte:

Wirkliche Freude ist unabhängig von äußeren Verhältnissen, denn Sie hat Ihre unversiegbare Quelle in Gott. Eva von Thiele-Winckler

Von Herzen wünsche ich Ihnen, dass Sie diese wunderbare Freude erfahren mögen. Dies sind meine Hoffnung und mein Gebet für Sie.

* Name geändert