Zehn Jahre 11. September - und es fühlt sich an wie gestern

In den Statuten der NATO wird festgelegt, dass wenn ein Bündnismitglied angegriffen wird, alle anderen Bündnispartner dazu aufgerufen sind, den Angegriffenen zu verteidigen. Dieser Bündnisfall wurde noch nie festgestellt – bis zum 11. September 2001. Dieser Tag liegt nun zehn Jahre zurück und kaum hat ein Tag in der Weltgeschichte den Lauf der Zeit wohl so verändert wie dieser. Das klingt irgendwie abgehoben, aber irgendwie ist diese barbarische Tat auch mit Nichts zu vergleichen. Die USA führen seit diesem Tag Krieg, unendlich, schier unerreichbar scheinen Ziele der Demokratisierung und des Friedens, die damals gesteckt wurden. Es ist übrigens der längste Krieg in der amerikanischen Geschichte.

Amerika, die geschundene Nation. Doch auch hier in Deutschland hat dieser Tag die Weltsicht unserer Mitbürger entschieden verändert. Unser Verteidigungsminister a.D. Peter Struck erklärte, dass “unsere Sicherheit und die der Bundesrepublik Deutschland auch am Hindukusch verteidigt wird.” Dort starben 52 deutsche Soldaten für die “Operation Enduring Freedom.” Nun, von nachhaltigen Friedenskonturen ist am Hindukusch leider wenig zu spüren. Nicht nur dort, auch hier meinen die Menschen: “Die Welt hat sich extrem verändert.” Sie ist schnelllebiger geworden, nicht nur durch das Internet, auch durch rasant angefangene Kriege, Revolutionen, Arabien gegen Westen, mediale Verarbeitung von Kriegsszenen innerhalb von wenigen Stunden und man liest auch immer schneller über gestorbene Soldaten hinweg.

Der Tag fühlt sich immer noch an wie gestern. Ich erinnere mich noch wie ich dort vor dem Fernseh saß und live mitverfolgte, wie die Türme in sich zusammenfielen. Mein Onkel, der in einem Frankfurter Hochhaus arbeitet wurde sofort evakuiert und rief uns aufgelöst an, dass wir doch schnell den Fernseher anschalten sollten. Fassungslos verfolgte ich mit, wie Menschen aus den Türmen stürzten, um Hilfe schrien und die sichere Gewissheit hatten: Hier und Heute werde ich sterben.

Doch an diesem Tag gab es auch heroische Taten von ganz normalen Menschen, die wahrscheinlich oft vergessen werden ob der großen Opferzahl von fast 3000 Menschen. Todd Beamer, ein Mitarbeiter des Softwareriesen Oracle, bricht morgens von seinem Haus in New Jersey zu einer kurzen Geschäftsreise auf. Seine Frau Lisa, schwanger mit dem dritten Kind, bekommt noch einen Abschiedskuss im Halbschlaf. Er hatte ein Ticket für den Flug 93 – United Airlines.

?Neun Tage später sitzt Lisa auf der Ehrentribüne des Repräsentatenhauses in Washington D.C. Präsident George W. Bush schreitet zum Podium und erlebt wohl auch einen sehr bewegenden Moment seiner Amtszeit: Eine Rede über die letzten Tage und welche Konsequenzen das für die amerikanische Nation und die Welt hat. Er spricht vor beiden Kammern des Kongresses und erwähnt schon im fünften Satz Todd Beamer, im nächsten Satz begrüßt er ehrenvoll Lisa Beamer und alle Anwesenden erheben sich zu langem Applaus.

Dieser Mann vollbrachte auf Flug 93, wozu wahrscheinlich wenige von uns den Mut aufbringen würden. Er wurde durch die noch aktiven Boardtelefone automatisch mit Lisa Jefferson von der Telefongesellschaft GTE Airfone in Chicago verbunden. Er beschreibt die Situation äußerst ruhig, spricht sich immer wieder mit anderen Passagieren über die geplanten Aktionen ab und erklärt dann Lisa Jefferson, sie solle seiner Frau und den Kindern ausrichten, dass er sie liebe. Zusammen mit den anderen Passagieren spricht der engagierte Christ dann ein Gebet und den 23. Psalm. Andere Männer sprechen den Text mit bevor Todd die Worte sagt, die für Amerika zur Losung wurden: “Are you ready? Ok. Let´s Roll. Let´s roll.” Diese Worte verhallten mit der zerschellenden Maschine vom Flug 93 in Pennsylvania. Sie hatten es geschafft, die Terroristen zu überwältigen.

Todd hatte sechs Jahre lang in seiner Heimatgemeinde in der Sonntagschule Kindern von Gottes Liebe erzählt. Seine zwei Söhne David und Drew wachsen nun ohne Vater auf. Seine Tochter Morgan Kay wurde vier Monate nach diesem Unglück geboren und lebt nun ebenfalls wie ihre Mutter Lisa ohne Vater bzw. Mann. Das große Historische vollzieht sich immer in Einzelschicksalen, Todd Beamer war einer von ihnen.

Was dort passierte, verstehen wir wahrscheinlich immer noch nicht und werden es auch nie verstehen. Auch die vielen Einzelschicksale von ganzen Familien, immerhin 3000, können wir nicht nachvollziehen. George Bush formulierte nach den Attentaten, dass die USA sich in einem Verteidigungskrieg für “alles, was in dieser Welt gut und gerecht ist” befindet. Ob alles, was die USA so treiben gut und gerecht ist, sei einmal dahingestellt.

Fakt ist, dass uns Menschen diese Tat nicht unberührt zurück lies und wir alle verbinden Emotionen mit dem 11. September, wenn wir wieder Bilder sehen, die uns den Schauer über den Rücken laufen lassen. Die Welt ist ein Stück hoffnungsloser geworden seit den Kriegen in Afghanistan und Irak, denn sie wurden nicht gewonnen, sie brachten überhaupt nichts außer den finanziellen Ruin. Das will nur keiner sagen. Auch wenn man die Menschen hier befragt so sehen sie wenig rosig für unsere Zukunft. Ihre Hoffnung auf Gerechtigkeit schwand in dem Moment als Amerika trotzig und wir gleich mit wie beleidigt reagierten und in dem Angriff eine Legitimation für jegliche Kriege sahen. Wir reagierten mit Krieg zur symbolischen Beglaubigung imperialer Größe und Durchsetzungsfähigkeit, Angriffskriegen auf bloßen Verdacht und zur Vorbeugung gegen künftige Gefahren und der Setzung neuen Rechts ohne Verfahren, Diskussion und Legitimation.

Die arabischen Revolutionen taten nun ihr übriges, sie wurden vorbereitet, geplant und durchgeführt von amerikanischen Wissenschaftlern, Journalisten und Eliten und waren keinesfalls so “gerecht” und “gut”, wie Bush das damals proklamierte. Wenn in unserer Welt gekämpft wird, dann geht das niemals “gerecht” zu. Es sterben Menschen, es wird getötet und es wird sich unter den Nagel gerissen, was es zu haben gibt. Wie gesagt: Die große Historie vollzieht sich an Einzelschicksalen, und die sehen meistens bitterer aus, als du es dir vorzustellen vermagst. Der Krieg gegen den Terror ist nicht ein Krieg gegen irgendwen, sondern mittlerweile ein Krieg gegen die Angst. “Wer könnte ihn jemals beenden? Wie könnte man ihn jemals gewinnen?”

Was bleibt ist eine Frage: Wer wird es in Zukunft schaffen, dieser geschundenen Welt eine Hoffnung zu geben? Wo ist deine Hoffnung und dein Ziel? Denkst du wirklich, dass die Menschen es selbst schaffen werden aus dieser Misere auszubrechen? Nein, werden sie nicht. Wir brauchen endlich jemanden, der Ungerechtigkeit komplett beseitigen kann und richtet, und der die Gerechtigkeit aufbaut. Das wird weder Obama noch Merkel oder Sarkozy schaffen.

Dies alles ist eine Vorbereitung auf das, was in Zukunft kommen wird. Es wird jetzt schon der rote Teppich für den ausgerollt, der die Welt in Gerechtigkeit regieren wird und für Hoffnung steht. Nur wissen die Menschen nicht, dass sie ihm den roten Teppich ausrollen. Hiob sagt schon: “Als der Letzte aus dem Staub wird er sich erheben.” Er spricht von Jesus Christus. Er ist die wahre Hoffnung und Licht und wenn die Christen eine Botschaft haben, dann ist die nicht etwas gegen Atomenergie oder gegen Terrorismus, sondern für die Hoffnung in Jesus Christus.

Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbeflecktenLammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen, die ihr durch ihn glaubt an Gott, der ihn auferweckt hat von den Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, damit ihr Glauben und Hoffnung zu Gott habt.   1. Petrus 1, 18-21

Dieser Vers sagt übrigens folgendes: Jesus wurde, bevor die Welt geschaffen wurde, also auch bevor der Mensch sündigte und die Bosheit in die Welt brachte, dazu auserkoren dem Menschen die Rettung anzubieten, damit wir Glauben und Hoffnung haben. Gott sah im voraus zwar, dass der Mensch am 11. September es schafft, 3000 Leben an einem Tag auszulöschen samt der ganzen Bosheit dieser Erde, und er erschuf sie trotzdem in dem Wissen, dass sein Sohn dafür sterben wird. Warum? Weil er wollte, dass du Hoffnung hast, so wie Todd Beamer. Gott möchte nicht, dass du die Welt siehst mit pessimistischen Augen, sondern dass du deine Augen hoffnungsvoll auf ihn richtest!

Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.     1. Petrus 3,15

Ja, wer kann das noch von sich behaupten? Wer hat denn heute noch echte und authentische Hoffnung? Niemand! Sie gibt es nur bei Jesus Christus! Wenn du diese Hoffnung haben willst, nimm ihn an, er ist das Licht der Welt und die Hoffnung der Hoffnungslosen! Diese Hoffnung findest du nirgends, bei ihm gibt es ein Ziel und Errettung.