Jenseits der Angst

Meine Lebensgeschichte soll ermutigen, denn sie zeigt, dass für Gott nichts unmöglich ist und dass Er Menschen aus okkulten Verstrickungen und aus der tiefsten Finsternis in Sein wunderbares Licht führen kann. Ihm allein sei Lob, Dank und alle Ehre!

Die Suche beginnt

Schon früh suchte ich nach dem Sinn des Lebens. Traumatische Kindheitserlebnisse weckten in mir eine Sehnsucht nach innerem Frieden und Geborgenheit.

Mit etwa 12 Jahren hatte ich eine katholische Schulfreundin, die regelmäßig zur Beichte in die Kirche ging und mir dann jeweils sagte, sie habe jetzt Frieden mit Gott, denn ihre Sünden seien ihr vergeben. Ich beneidete sie sehr um diesen Frieden und wollte mit ihr auch zur Beichte gehen aber sie sagte, das sei nicht möglich.

Nach dem Konfirmandenunterricht war ich überzeugt, dass nur Gott mir diesen Frieden geben konnte. Ich betete, las in der Bibel und ging am Sonntag allein in die Kirche. Das stieß jedoch bald auf Unverständnis bei meiner Familie und meinen Freunden. Man betrachtete mich als weltfremd und ich fühlte mich als Außenseiterin. Auch verstand ich vieles in der Bibel falsch und konnte mit niemandem über Glaubensfragen reden. So beschloss ich, mich ganz bewusst von Gott loszusagen.

Leben ohne Gott

Nach meiner Ausbildungszeit arbeitete ich im Ausland, um Sprachen zu lernen. Ich traf viele interessante Leute und schnupperte den „Duft der großen weiten Welt“. Vor allem wollte ich jetzt das Leben genießen und dazugehören, ich wollte ausgehen und Spaß haben. Wie die andern jungen Leute rauchte auch ich Zigaretten und war bald nikotinabhängig. Aber dieses oberflächliche Leben hinterließ eine große Leere in mir.

Dann lernte ich meinen Mann kennen; wir heirateten und mein Leben kam in geordnete Bahnen. Bald hatten wir zwei Kinder. Das Ehefrau- und Muttersein brachte Stabilität und Freude in mein Leben. Ich wurde gebraucht und war zufrieden. Trotzdem fragte ich mich immer wieder, ob dies nun alles war, was den Sinn des Lebens ausmachte.

Die Suche geht weiter

Eines Tages beschloss ich, mit einer Freundin einen Astrologiekurs zu besuchen in der Hoffnung, mich selber und andere besser zu verstehen. Auch glaubte ich, damit hinter das Geheimnis „Mensch“ zu kommen. Diesem Kurs folgten viele weitere Astrologiekurse und bald auch alle möglichen esoterischen Kurse, Seminare, Workshops usw. Ich las reihenweise esoterische Bücher, denn mein Hunger nach Wissen und übersinnlichen Erfahrungen war groß. Ich war überzeugt, dass dies der Weg war, um Antworten auf die Sinnfragen des Lebens zu finden und auch um herauszufinden, was uns nach dem Tod erwartet. Ich meditierte, legte Tarotkarten, befasste mich intensiv mit Astrologie, Numerologie, Geistheilen, Pendeln, Bachblüten, Joga, Autogenes Training, ZEN Meditation, indische Meditation, fernöstliche Heilweisen usw. - 25 Jahre lang! Es war eine Sucht: Ich brauchte immer mehr davon! Viele esoterische Techniken lernte ich nicht nur für mich, sondern praktizierte sie auch bei Menschen, die bei mir Hilfe suchten. Zu jener Zeit setzte ich mich auch mit den verschiedenen Weltreligionen auseinander und führte lange Gespräche mit Jehovas Zeugen und Scientologen...

Da mich besonders die Astrologie faszinierte, machte ich eine Ausbildung in psychologischer Astrologie, und einige Jahre später bot ich auch astrologisch/psychologische Beratungen an. Alle meine Freunde stammten aus esoterischen Kreisen.

Später ließ ich mich in klassischer Massage, Fußreflexzonen-Therapie, energetischer Massage und Akupressur ausbilden. Ich hoffte, so den Menschen, die zu mir in die astrologische Beratung kamen, nicht nur psychisch sondern auch physisch helfen zu können ... Ich arbeitete auch mit Ärzten zusammen und der „Erfolg“ blieb nicht aus.

Die große Wende

Nach einigen Jahren begann ich nachts an Panikattacken und irrationalen Ängsten zu leiden. Ich konnte nicht mehr schlafen und bald verfolgte mich diese Angst auch tagsüber. Ich war mit den Nerven am Ende und bekam Psychopharmaka. In einer psychiatrischen Behandlung, welche mehrere Monate dauerte, lernte ich mich mit diesen Ängsten auseinander zu setzen, meine Kindheit aufzuarbeiten und meiner Mutter zu vergeben. Danach ging es mir längere Zeit recht gut, doch dann kamen diese Ängste wieder zurück. Verzweifelt suchte ich nach Hilfe.

Da kam mir „zufällig“ ein Buch in die Hände in welchem ich las, dass man böse Geister anzieht, wenn man sich für die geistige Welt öffnet. Ob dies wohl der Grund für meine Ängste war? Auch störte mich zunehmend, dass Esoteriker glauben, es liege an einem selber, ob man ein gutes oder schweres Leben hat. Das konnte nun einfach nicht wahr sein, denn dann wären ja alle kranken, unglücklichen Menschen selber schuld!

Zudem war in jenem Jahr eine totale Sonnenfinsternis (11.08.1999). Die Astrologen und die Hellseher sagten den Weltuntergang voraus, denn eine so kritische Konstellation der Planeten hatte es vorher noch nie gegeben. Als dann dieser Tag kam und nichts geschah (außer einem Erdbeben in der Türkei), stellte ich zum ersten Mal die Astrologie und die Esoterik in Frage. Darum machte ich von einem Tag zum andern Schluss mit Esoterik und fing an, wieder zu Gott zu beten. Ich wollte mich wieder an den Allerhöchsten wenden und glaubte fest, dass Gott mich vor bösen Geistern beschützen würde. Die Astrologie wollte und konnte ich jedoch nicht aufgeben.

Nun war plötzlich alles so einfach geworden. Ich musste mich nicht mehr täglich anstrengen und die zeitraubenden Übungen, Meditationen und spirituellen Rituale absolvieren, um im ,,Fluss der spirituellen Energie“ zu bleiben. Welche Erleichterung! Mit allem, was mich beschäftigte, konnte ich nun ganz einfach vertrauensvoll zu Gott gehen!

Von diesem Zeitpunkt an geschahen wahre Wunder in meinem Leben: Viele Gebete wurden erhört und Gott half mir bei Sorgen und Ängsten. Das alles gab mir die Gewissheit, auf dem richtigen Weg zu sein. 

Wozu brauchen wir eigentlich Jesus?

Eines Tages tauchte in mir die Frage auf: Wozu brauchen wir eigentlich Jesus? Ich fragte einen Pfarrer sowie Christen der Landeskirche, bekam aber keine klare Antwort. Bald darauf entdeckte ich „zufällig“ in einer Hotelbibliothek das Buch ,,Jesus unser Schicksal“ (v. Pastor Wilhelm Busch). Ich las es in einem Zug durch und war tief berührt. Das war die ganze Wahrheit: Ich war eine Sünderin und brauchte Jesus Christus, weil Er an meiner Stelle am Kreuz die Strafe für meine Sünden getragen hat. Es gab keinen anderen Weg, um Vergebung und Frieden mit Gott zu haben.

Dies glaubte ich und mit einem Gebet „im stillen Kämmerlein“ tat ich Buße und nahm Jesus Christus als meinen Erlöser und Herrn in mein Leben auf.

Danach war ich etwas enttäuscht, denn ich erwartete, dass dieser Schritt in meinem Leben spürbare Auswirkungen haben würde. Ich hatte den Eindruck, als wäre eine Wand zwischen Jesus und mir. Ich suchte in der Bibel nach Hilfe, worauf etwas Tiefgreifendes geschah: Gott fügte es, dass ich an mehreren aufeinander folgenden Tagen immer auf Bibelstellen stieß, die mir aufzeigten, dass ich Gott niemals aus eigener Kraft genügen konnte, sondern dass ich ganz von Ihm und Seiner Gnade abhängig war. Es waren Tage des Zerbruchs.

Glaube und Astrologie - geht das?

Bald darauf beschäftigte mich die Frage, ob sich die Astrologie mit dem christlichen Glauben vereinbaren lässt. Ich sagte jeweils den Hilfesuchenden in den astrologischen Beratungen, meine Auslegungen seien nur Tendenzen, Gott bestimme schlussendlich wie es herauskomme in ihrem Leben. Ich sprach mit einem Pfarrer, einem Priester und einem Religionswissenschaftler darüber (zu jener Zeit kannte ich noch keine wiedergeborenen Christen). Sie alle sahen keinen Grund, warum ich die Astrologie aufgeben sollte.

Nur ein Offizier der Heilsarmee, mit dem ich während der Topfkollekte sprach, sagte mir ganz klar, dass ich damit aufhören müsse. Ich war total verunsichert und legte die Frage Jesus im Gebet hin.

Mitten in der Nacht kam mir plötzlich ein Gedanke ganz deutlich und klar: „Gib die Astrologie auf, einfach weil Gott es so will“. Aber ich antwortete: „Ich kann nicht, ich muss einsehen können, warum ich etwas lassen muss, von dem ich seit 25 Jahren überzeugt bin!“

In den folgenden Tagen raubte ein innerer Kampf meine ganze Kraft. Ich war hin- und hergerissen und wusste nicht mehr weiter. Ich beschloss, diese Sache nun ganz in die Hände von Jesus Christus zu legen und auf Seine Antwort zu warten. In einem innigen Gebet bat ich Jesus mir aufzuzeigen, was mich noch von Ihm trennte und ob diese Wand zwischen Ihm und mir die Astrologie sei.

Wenig später beim Einschlafen nahm ich eine innere Stimme wahr, die mir sagte, warum ich die Astrologie nicht betreiben darf:

1. dass ich nicht anhand einer Interpretation von Zeichen den Charakter eines Menschen ergründen könne, da nur Gott der Schöpfer den Menschen wirklich kennt, und

2. dass ich nicht sagen dürfe, dies seien nur Tendenzen und Gott entscheide dann, wie es herauskomme, da Gott allein und von Anfang an einen Menschen führen wolle.

Sofort wusste ich, dass dies die Antwort von Jesus auf mein Gebet war. Sie traf mich wie ein Blitz! In Seiner großen Gnade hatte Er mir eine ganz persönliche Antwort gegeben, damit ich einsehen konnte, warum ich die Astrologie aufgeben musste. Ich war überwältigt!

Daraufhin war ich auf der Stelle bereit, die Astrologie aufzugeben - mit allen Konsequenzen! Aber nicht nur das; ich konnte dies auch noch ohne Bedauern tun! Ein unbeschreibliches Glücksgefühl erfüllte mich. Ich war überzeugt, dass ich soeben wiedergeboren worden war.

In den folgenden Tagen füllte ich mehrere Säcke mit allen esoterischen/astrologischen Büchern, Kursunterlagen, Steinen, Hilfsmitteln usw., die sich in 25 Jahren angesammelt hatten. Ich „durchforstete“ die ganze Wohnung und alles was nur im Entferntesten mit Esoterik zu tun hatte, kam in den Abfallsack. Ich konnte es kaum glauben, dass mir dies so leichtfiel; ich war wie verwandelt!

Zu jener Zeit ging ich immer noch in die Landeskirche, denn ich wusste nichts von Freikirchen. Ich wunderte mich oft, dass so viele Christen verständnislos bis ungehalten reagierten, wenn ich von meinem Glauben an Jesus sprach. 

Radikaler Neubeginn

Etwa drei Wochen später wurde mir vom Herrn Jesus bewusst gemacht, dass ich auch mit den Massagen aufhören musste. Dies wurde mir klar einerseits durch gewisse Umstände und Zufälle, und andererseits durch drei „Blitzgedanken“ die ich als sehr klar und bedeutsam wahrnahm: „Ich will dich von Grund auf neu machen. Niemand hat dir versprochen, dass es leicht sein würde. Neuer Wein fließt nicht in alten Schläuchen.“ Zuerst lehnte ich mich innerlich dagegen auf, denn die Massagen an meinen langjährigen Klientinnen hatten mir sehr viel Freude bereitet. Aber dann wusste ich, meine Antwort war: Ja, Herr! Ich hätte nie gedacht, dass ich mit so viel Freude Gottes Willen tun könnte. Wiederum von einem Tag zum anderen gab ich alle Massagen auf, außer der medizinisch klassischen Rückenmassage. Ich entfernte alles „Verdächtige“ aus meinem Massageraum.

Jesus half mir auf wunderbare Weise, meinen Klientinnen diesen Entschluss so mitzuteilen, dass sie es akzeptieren konnten.

Auch von all meinen bisherigen Freunden nahm ich innerhalb kurzer Zeit Abschied. Sie konnten begreiflicherweise nicht nachvollziehen, warum ich plötzlich alles Esoterische verdammte und nur noch von Jesus sprach!

Nun war mein ganzes altes Leben weg und das Neue noch nicht richtig da. Es war, als hätte man mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Bald darauf wusste ich aber, dass Jesus diese Leere mehr als ausfüllen würde. Ich hatte jetzt eine wunderbare, spannende Zukunft vor mir. Ein nie gekannter innerer Friede erfüllte mich.

Unterwegs sein mit anderen Christen

Bis dahin war ich den Weg zum Herrn Jesus allein gegangen. Jetzt aber suchte ich die Gemeinschaft mit anderen Christen. Eine Frau nahm mich mit zu einem Gottesdienst der Heilsarmee. Dort erlebte ich zum ersten Mal, wie Gott durch die Predigt direkt in mein Leben hineinsprach. Die Gemeinschaft mit anderen Christen war wertvoll und wohltuend. Sie begleiteten mich auf meinem neuen Weg, beteten mit mir und beantworteten meine vielen Fragen.

Jesus Christus hat mich freigemacht von allen okkulten Bindungen. Alle Ängste mussten weichen und haben einer großen Zuversicht Platz gemacht. Ich erfuhr auch innere Heilung von allen Verletzungen der Kindheit und Jesus hat mich frei gemacht vom Rauchen.

Was haben wir doch für einen wunderbaren Gott! Alle Ehre gehört unserem Herrn Jesus! Ich bin überwältigt, wenn ich daran denke, wie Jesus allein mich mit unendlicher Liebe und Geduld aus allen Irrwegen der Esoterik Schritt für Schritt herausgeführt hat. Seine Liebe hat auch nicht aufgehört, als Er mehrmals bei mir anklopfte und ich Ihm meine Herzenstür nicht aufgemacht habe.

Jesus Christus gibt mir die Geborgenheit und diesen inneren Frieden, den ich seit meiner Jugend gesucht habe. Mein Leben hat nun einen Sinn und ein Ziel und ich darf jeden Tag aus Seiner Gnade leben - wie befreiend!

Auch gibt mir Sein Wort immer wieder Wegweisung, Trost und Hilfe und wird mir darum immer kostbarer. Ja, ich habe erlebt, dass Gott Seine Verheißung wahr gemacht hat:

,,Und ihr werdet mich suchen und finden, denn ihr werdet nach mir fragen mit eurem ganzen Herzen, und ich werde mich von euch finden lassen, spricht der Herr“ (Jeremia 29,13.14).